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Begriff Definition
Alte Mineralwolle

siehe KMF.

Asbest

Asbest ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene natürlich vorkommende, faserförmige kristallisierte Silikat-Minerale, die nach ihrer Aufbereitung technisch verwendbare Fasern unterschiedlicher Länge ergeben. Ein wichtiger Vertreter ist Chrysotil (Weißasbest).

Asbest wurde auch „Wunderfaser“ genannt, weil er eine große Festigkeit besitzt, hitze- und säurebeständig ist, hervorragend dämmt und die Asbestfasern zu Garnen versponnen und diese verwebt werden können. Mit diesen Voraussetzungen konnte sich Asbest u. a. in der Wärmedämmung, der Bauindustrie und für Textilien im Bereich des Arbeitsschutzes und der Filtration durchsetzen. Es fand vor allem in den 1960er und 1970er Jahren Verwendung in den verschiedensten Produkten, u. a. in Platten, Pappen, Bodenbelägen, Klebern, Mörteln, Spachtelmassen, Putzen, Schaumstoffen, usw. Aufgrund der inzwischen eindeutig festgestellten Gesundheitsgefahren, die von Asbest ausgehen, ist der Einsatz heute in vielen Staaten verboten. 1984 wurden in Deutschland schwach gebundene Asbestprodukte verboten. 1995 folgte ein weitgehendes Herstellungs- und Verwendungsverbot von asbesthaltigen Materialien bis auf sehr wenige Ausnahmen. In Europa kam es erst 2005 zu einem generellen Herstellungs- und Verwendungsverbot.

Aufgrund der weitverbreiteten Verwendung von Asbest in älteren Bauprodukten sind fachgutachterliche Erkundungen der Bausubstanz bei Modernisierungs- und Abbruchmaßnahmen in älteren Gebäuden anzuraten. Vor allem bei der Ertüchtigung der lüftungs- und brandschutztechnischen Ausstattung von Gebäuden (Heizungsanlagen, Brandschutzklappen, etc.) ist Asbest zunehmend ein Thema.

Fensterbrett aus Faserzement

Fensterbrett aus Faserzement

Spritzasbest

Spritzasbest

Floor-Flex-Fliesen

Floor-Flex-Fliesen

 

Benzol

Die ringförmig aufgebaute Verbindung Benzol (C6H6) gehört zur Gruppe der BTEX-Aromaten. Sie ist flüssig, farblos, leicht entzündlich und besitzt einen charakteristischen aromatischen Geruch. Benzol ist ein wichtiges Ausgangsprodukt in der petrochemischen Industrie. Seine Derivate und Folgeprodukte werden u. a. in Farben, Arzneimittel, Insektiziden und Kunststoffen weiterverarbeitet. Zudem ist es in Treibstoffen (zur Erhöhung der Oktanzahl) im Einsatz. Wie alle BTEX-Aromaten ist auch Benzol leichtflüchtig und sehr mobil. Benzol ist als krebserregend und giftig eingestuft.

Blei

Das Schwermetall Blei ist leicht verformbar und hat einen vergleichsweise niedrigen Schmelzpunkt. Es ist im Bauwesen vielfältig anzutreffen. Unter anderem als Bleiblech (Dachabschlüsse und Einfassungen), als Bleirohre (Hausinstallation), als Bleifolie (um Kabel), als Bleilot (Verglasungen), als Bleiwolle (Verstemmung von Fugen), als Farbpigment (Bleicarbonat = Bleiweiß; Bleisulfat), als Bleimennige (Korrosionsschutz). Seine Toxizität entwickelt es vor allem in Form von Staub oder in gelöster Form.

BTEX

BTEX steht als Sammelbegriff für die leichtflüchtigen aromatischen Kohlenwasserstoffe Benzol, Toluol, Ethylbenzol, Xylole. Die BTEX-Aromaten sind u. a. Bestandteil von Treibstoffen (zur Erhöhung der Oktanzahl) und werden als Löse- und Entfettungsmittel eingesetzt. Die Einzelverbindung Benzol wird als krebserzeugend eingestuft. Aufgrund ihrer Leichtflüchtigkeit und hohen Mobilität (ähnlich der von LHKW), können sich BTEX-Aromaten gut im Boden und im Grundwasser ausbreiten und in der Bodenluft anreichern. Sie besitzen jedoch eine geringere Dichte als Wasser und sinken daher im Grundwasserkörper nicht ab.

Chrysotil

Chrysotil gehört zur Asbest-Gruppe und wird auch als Weißasbest bezeichnet. Es ist ein faserförmiges Schichtsilikat aus der Gruppe der Serpentine.

Chrysotil wurde früher vor allem für hitzebeständige Materialien (z. B. hitzebeständige Kleidung, thermische Isolierungen, Dichtungen, Seile) und zur Erhöhung der Materialstabilität in Faserzementplatten (Fassaden, Dächer) verwendet. Aber auch andere Bereiche (z. B. ältere bituminöse Dichtmassen und Abdichtungen im Straßenbau- und Brückenbau, Mörtel, Putze, Spachtelmassen, etc.) können Chrysotil-Asbest enthalten.

Daher ist bei Modernisierungs- und Abbruchmaßnahmen sowie der Ertüchtigung von klima- und brandschutztechnischen Gebäudeausstattungen (Heizungsanlagen, Brandschutzklappen, etc.) vor allem in älteren Gebäuden aus den 1960er bis 1980er Jahren eine fachgutachterliche Erkundung der Bausubstanz anzuraten.

Chrysotil-Fasern

Chrysotil-Fasern

Beschädigte Anschlagdichtung mit Chrysotil in Brandschutzklappe

Beschädigte Anschlagdichtung mit Chrysotil in Brandschutzklappe

Gipskarton-Spachtelmasse mit Chrysotil

Gipskarton-Spachtelmasse mit Chrysotil

 

COP

Die chlororganischen Pestizide bzw. Organochlorpestizide (OCP) bezeichnet eine Gruppe weit verbreiteter Pestizide. Dazu zählen:

  • DDT
  • alpha-, beta-, gamma-HCH (Lindan) und delta-HCH
  • Aldrin
  • Dieldrin
  • alpha-, beta-Endosulfan
DDT

Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT) wurde vor allem in der ehemaligen DDR und in US-Liegenschaften als Holzschutzmittel bzw. zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Teils wurde DDT auch Wandfarben zugesetzt. Durch den langjähren Einsatz kam es oft zu massiven Kontaminationen der Bausubstanz. Es reichert sich in der Nahrungskette und im menschlichen Körper an. Kanzerogene und mutagene Effekte zeigten sich in Tierversuchen. 1972 wurde die Verwendung von DDT in der BRD und 1990 in der ehem. DDR verboten.

HBCD

HBCD bzw. HBCDD steht für Hexabromcyclododecan und ist ein ringförmiges, bromiertes Kohlenwasserstoffmolekül. HBCD diente wegen seiner technischen Eigenschaften vorwiegend als Flammschutzmittel für Kunststoffe und kam daher vor allem in Gebäude-Dämmstoffen aus Polystyrol (EPS / XPS), teilweise auch in Verpackungskunststoffen (EPS) zum Einsatz. Im Mai 2013 wurde HBCD unter der internationalen Stockholm-Konvention als persistenter Schadstoff (POP) eingestuft. Daraus folgte ein weltweites Handels- und Verwendungsverbot (mit Übergangsfristen). Seit dem 22. März 2016 dürfen in der EU keine Produkte (Stoffe, Gemische und Erzeugnisse) mehr hergestellt und vertrieben werden, die mehr als 100 mg/kg HBCD enthalten. Eine zeitweise geltende Ausnahme für Polystyrol (EPS) endete am 21. Februar 2018. HBCD-haltige Dämmstoffe werden in Deutschland nicht als "gefährliche Abfälle" eingestuft, es gelten jedoch ein Getrenntsammlungsgebot, ein Vermischungsverbot sowie Nachweis- und Registerpflichten.

KMF

Die KMF sind industriell gefertigte künstliche Mineralfasern. Man unterscheidet die vier Gruppen Glaswolle (weiße oder gelbe lange Fasern), Steinwolle (dunklere, grüngelbe Fasern), Schlackenwolle (dunkle, bräunliche Fasern; wenig verbreitet) und Keramikfasern (weiß; Hochtemperaturwolle).

Die KMF wurden und werden in erster Linie zur Wärme- und Schalldämmung eingesetzt (u. a. im Dach-, Decken- und Wandbereich, in Lüftungs- und Heizanlagen), teils auch als Ersatz für asbesthaltige Produkte. Vor 1996 produzierte KMF werden als „Alte Mineralwollen“ bezeichnet. Diese können lungengängige Fasern mit geringer biologischer Abbaubarkeit freisetzen und sind daher als krebserzeugend eingestuft. Nach einer Übergangsphase dürfen seit 2000 nur noch biologisch abbaubare Mineralfasern mit RAL-Gütezeichen in den Verkehr gebracht werden.

Mineralfaserprodukte

Mineralfaserprodukte

KMF in alter Feuerschutztür

KMF in alter Feuerschutztür

Dachdämmung aus KMF

Dachdämmung aus KMF

Lindan

Lindan ist ein Insektizid und war lange Zeit in Holzschutzmitteln beigemischt (u. a. bis 1978 in den Produkten Xylamon und Xyladecor). Seit 2008 ist Lindan in der EU verboten.

OCP

Die Organochlorpestizide bzw. chlororganische Pestizide (COP) bezeichnet eine Gruppe weit verbreiteter Pestizide. Dazu zählen:

  • DDT
  • alpha-, beta-, gamma-HCH (Lindan) und delta-HCH
  • Aldrin
  • Dieldrin
  • alpha-, beta-Endosulfan
PAK

PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe entstehen überwiegend bei unvollständigen Verbrennungsprozessen organischer Materialien und anderen pyrolytischen Vorgängen. Nur eine Minderheit von PAKs wird industriell synthetisiert und dient als Grundlage für die chemische Industrie. PAK bestehen aus mindestens zwei kondensierten Benzolringen. Sie werden in niedermolekulare PAK (2–3 Ringe) und höher molekulare PAK (4–6 Ringe) unterteilt. PAK sind überwiegend neutrale, unpolare Feststoffe und nur sehr gering wasserlöslich. Mit zunehmender Anzahl kondensierter Ringe nehmen Flüchtigkeit und Löslichkeit (auch in organischen Lösungsmitteln) ab. Von den mehrere hundert bekannten PAK-Verbindungen sind vor allem 16 Einzelsubstanzen von Bedeutung, die von der US-EPA (United States Environmental Protection Agency) als Leitsubstanzen für umweltanalytische Untersuchungen ausgewählt wurden und u. a. im Bereich der Altlastenerkundung und der Trinkwasseruntersuchungen analysiert werden. Einige PAKs (z. B. Benzo[a]pyren) werden als mutagene bzw. kanzerogene Verbindungen eingestuft.

PAK lassen sich u. a. in älteren Asphaltbelägen, Parkettklebern, Teer- und Dachpappen, Schweißbahnen, Schwarzanstrichen und Fugenvergussmassen, oftmals in Verbindung mit Chrysotil (Weißasbest) finden.

Teerhaltiger Parkettkleber

Teerhaltiger Parkettkleber

Teerhaltige Schweißbahn

Teerhaltige Schweißbahn

Stark teerhaltiger Asphalt

Stark teerhaltiger Asphalt

PCB

Die Gruppe der Polychlorierten Biphenyle (PCB) umfasst insgesamt 209 Verbindungen. Sie waren vor allem als Weichmacher (Fugenmassen), als Flammschutzmittel (Farben, Lacke) und als Isolieröle (Trafo-Öle, Kondensatoren, etc.) im Einsatz. Im Bauwesen waren dauerelastische Fugendichtmassen, Farben / Lacke auf mineralischem Material, Holz oder Spanplatten, Buntsteinputze, Verguss- und Spachtelmassen sowie Bodenbelagskleber häufige Einsatzbereiche. Die offene Anwendung (Dichtmassen, Lacke) wurde 1978 verboten. Ein generelles Verbot in Deutschland (auch in Trafos, Kondensatoren, etc.) folgte 1989. PCB sind persistent, d h. sie reichern sich in der Umwelt und in Organismen an. Zudem sind sie toxisch und stehen im Verdacht, krebserzeugend zu sein.

PCP

PCP (Pentachlorphenol) ist als krebserzeugend, mutagen und reproduktionstoxisch eingestuft. Es wurde lange Zeit in Holzschutzmitteln (HSM) (auch im Innenbereich) eingesetzt. Seit 1978 gilt eine Kennzeichnungspflicht und ein Verbot für die Anwendung in Innenbereichen. Aus behandelten Hölzern (= Primärquelle) diffundiert PCP lange Zeit aus und führt somit zu einer Belastung der Raumluft, durch die es sich dann an anderen organischen Materialien wie z. B. Hausstaub anlagert (= Sekundärquelle). PCP baut sich nur sehr langsam ab. Bei Sanierungen sind daher neben der Primärquelle immer auch mögliche Sekundärquellen zu betrachten.

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